{"id":55,"date":"2024-05-24T13:40:57","date_gmt":"2024-05-24T11:40:57","guid":{"rendered":"https:\/\/spaemann.de\/?page_id=55"},"modified":"2024-05-24T13:41:49","modified_gmt":"2024-05-24T11:41:49","slug":"fragen-und-antworten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/spaemann.de\/?page_id=55","title":{"rendered":"Fragen und Antworten"},"content":{"rendered":"\n<p>Was ist ein Wahlarzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wahlarzt ist zun\u00e4chst ein Allgemein- oder Facharzt wie die anderen \u00c4rzte auch, mit der gleichen Ausbildung und dem gleichen Leistungsspektrum. Was den Wahlarzt von den anderen \u00c4rzten unterscheidet, ist, dass er keinen Vertrag mit den Krankenkassen hat. Er ist dadurch auch nicht an die Tarife der Krankenkassen gebunden. Dies bedeutet, dass die meisten Wahl\u00e4rzte weniger Patienten betreuen und ihnen dadurch h\u00e4ufig mehr Zeit f\u00fcr den einzelnen&nbsp; Patienten bleibt, Zeit f\u00fcr Untersuchung, Erl\u00e4uterung der Erkrankung und Gespr\u00e4ch mit dem Patienten und seinen Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kostet die Behandlung?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wahlarzt ist nicht an die Tarife der Krankenkassen gebunden, die Honorarnote f\u00e4llt somit meist h\u00f6her aus. Die Gebietskrankenkassen erstatten 80% des Kassentarifs zur\u00fcck. In Ober\u00f6sterreich bedeutet dies einen betr\u00e4chtlichen Anteil der Rechnung, vor allem bei der Erstordination. Die Gebietskrankenkassen der anderen Bundesl\u00e4nder zahlen teils mehr (z. B. Salzburg), teils weniger (z. B. Nieder\u00f6sterreich) als in Ober\u00f6sterreich. Wegen der unterschiedlichen Leistungen, die ich anbiete, kann ich hier keine Tarife nennen. Ich bespreche die, f\u00fcr den einzelnen Patienten verbleibenden Kosten w\u00e4hrend der Erstordination.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie komme Ich zu meinem Kostenersatz?<\/p>\n\n\n\n<p>Damit Ihnen Ihre Krankenkasse den entsprechenden Honoraranteil rasch r\u00fcckverg\u00fcten kann, sind folgende Schritte erforderlich:<br><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;<strong>Abschnitt<\/strong>&nbsp;auf der&nbsp;<strong>Honorarnote<\/strong>&nbsp;unten&nbsp;<strong>ausf\u00fcllen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;<strong>Einzahlungsbeleg&nbsp;<\/strong>dazulegen<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;<strong>Beides zusammen<\/strong>&nbsp;an Ihre&nbsp;<strong>Krankenkasse senden<\/strong>&nbsp;(Adresse auf dem Abschnitt auf der Honorarnote unten)<\/p>\n\n\n\n<p>Weiteres zum Thema Kostenersatz:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Haben sie eine entsprechende<strong>&nbsp;Zusatzversicherung<\/strong>, k\u00f6nnen sie Ihren Selbstbehalt von dieser zur\u00fcckbekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Brauchen Sie hierf\u00fcr einen<strong>&nbsp;Beleg von Ihrer Krankenkasse<\/strong>, fordern Sie von dieser eine detaillierte Abrechnung an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp; Bei&nbsp;<strong>Unklarheiten<\/strong>&nbsp;stehe ich Ihnen gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Bei&nbsp;<strong>Schwierigkeiten<\/strong>&nbsp;in der Abwicklung der&nbsp;<strong>R\u00fcckerstattung<\/strong>, k\u00f6nnen Sie sich auch an die&nbsp;<strong>Patientenservicestelle der \u00c4rztekammer<\/strong>&nbsp;f\u00fcr Ober\u00f6sterreich wenden, Tel. 0810\/200216. Dort wird der von der Krankenkasse geleistete R\u00fcckersatz auf seine Rechtm\u00e4\u00dfigkeit gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Diese&nbsp;<strong>Patientenservicestelle<\/strong>&nbsp;steht Ihnen auch f\u00fcr&nbsp;<strong>Anfragen zu weiteren Wahlarztthemen<\/strong>&nbsp;oder f\u00fcr&nbsp;<strong>Beschwerden<\/strong>&nbsp;zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;<strong>Erscheint Ihnen die R\u00fcckverg\u00fctung zu gering<\/strong>, k\u00f6nnen Sie von Ihrer Krankenkasse einen Bescheid anfordern, der Basis f\u00fcr einen Einspruch ist. Auch dabei ist Ihnen die Patienten-Servicestelle gerne behilflich.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Was ist Seelische Gesundheit?<\/p>\n\n\n\n<p>Seelische Gesundheit ist ein komplexes Thema, zu dem ich in mehreren Vortr\u00e4gen Stellung genommen habe. Es lassen sich sinnvollerweise drei Gesundheitsbegriffe und dazu geh\u00f6rige Krankheitsbegriffe voneinander abgrenzen, die alle ihre Berechtigung, aber auch Grenzen haben:<br><\/p>\n\n\n\n<p>1. Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit \/ Krankheit als Schadensfall<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Gesundheit als das Selbstverst\u00e4ndliche wird hier nicht weiter definiert<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Mechanistisch-verdinglichter Krankheitsbegriff<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorteile dieses Krankheitsbegriffs:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Entlastung des Patienten und seiner Umgebung, \u201eDas Kind hat einen Namen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Begrenzter Auftrag f\u00fcr \u00c4rzte, Therapeuten und Kostentr\u00e4ger<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Klar umrissene Aufschl\u00fcsselung des Krankheitsgeschehens, Interventionen auf wissenschaftlicher Grundlage m\u00f6glich Nachteile dieses Krankheitsbegriffs:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Tendenziell passiver Krankheitsbegriff<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Rahmenbedingungen der Erkrankung sind nicht im Blick<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Starrer Krankheitsbegriff, man ist entweder gesund oder krank<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Tendenz zu unrealistischem Gesundheitsbegriff, fehlende Integration von Leid<br><\/p>\n\n\n\n<p>2. Gesundheit als Gleichgewicht \/ Krankheit als St\u00f6rung eines Gleichgewichtes<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Um sich seelisch und k\u00f6rperlich wohl zu f\u00fchlen, sucht jeder Mensch nach einem seelischen und k\u00f6rperlichen Gleichgewicht<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Viele Erkrankungen werden erst unter dem Aspekt eines Gleichgewichts verst\u00e4ndlich und sinnvoll behandelbar<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorteile dieses Gesundheitsbegriffs:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Integration kranker Elemente in ein neues Gleichgewicht m\u00f6glich<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Man muss nicht total gesund sein, um gesund zu sein<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Insbesondere sind nat\u00fcrliche Krisen des menschlichen Lebens, Alterungsprozesse und chronische Leiden integrierbar<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Der Patient nimmt tendenziell eine aktive Rolle in der Bew\u00e4ltigung von Erkrankungen ein<\/p>\n\n\n\n<p>Auch dieser Gesundheitsbegriff hat seine Grenzen, da der Mensch als geistiges Wesen nach einem sinnerf\u00fcllten Leben strebt und ihm ein gutes seelisch\/k\u00f6rperliches Gleichgewicht alleine nicht reicht. Insofern weitet ein dritter Aspekt unseren Blick auf das was Seelische Gesundheit bedeuten kann:<br><\/p>\n\n\n\n<p>3. Das sinnerf\u00fcllte Leben als Kern seelischer Gesundheit \/ Seelische Erkrankung als Behinderung eines sinnerf\u00fcllten Lebens<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist mit sinnerf\u00fclltem Leben gemeint und wie findet der Mensch dorthin?<\/p>\n\n\n\n<p>Vgl. hierzu die beiden Aufs\u00e4tze von mir, die auf dieser Webseite unter Publikationen zu finden sind:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Der Patient zwischen Subjektivit\u00e4t und Transzendenz, Psychotherapie im Dienste eines gelungenen Lebens S. 261-262 und<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die gegenw\u00e4rtige Psychotherapieszene und die Frage nach dem Sinn<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin bei meiner Besch\u00e4ftigung mit dem Thema Seelische Gesundheit zu folgender Definition gekommen: Seelische Gesundheit bemisst sich nicht einfach daran, wie gl\u00fccklich jemand ist, oder wie wohl er sich f\u00fchlt. Seelische Gesundheit bemisst sich vielmehr daran, inwieweit jemand in der Lage ist, die spezifisch menschliche M\u00f6glichkeit Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck, Freude und Leid, welche das Leben bringt, mit einer sinnerf\u00fcllten, aktiven Lebensweise zu verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><br><a><\/a>Was sind psychische Erkrankungen?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei psychischen Erkrankungen handelt es sich um Ver\u00e4nderungen unseres Seelenlebens, die erhebliches Leid f\u00fcr die Betroffenen bedeuten.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir unterscheiden 5 Hauptgruppen seelischer Erkrankungen:<br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Organische psychische Erkrankungen<\/strong><br>Hierbei handelt es sich entweder um Erkrankungen des Gehirns z.B. Tumorerkrankungen und Entz\u00fcndungen oder um k\u00f6rperliche Erkrankungen, die sich von au\u00dferhalb auf das Gehirn auswirken, wie z.B. Schilddr\u00fcsenerkrankungen. Auch Medikamente k\u00f6nnen sich durch Nebenwirkung auf die Psyche Auswirkungen, so z. B. Malariamedikamente oder Cortison. Die Erkrankungsbilder bei organischen psychischen Erkrankungen sind sehr verschieden und k\u00f6nnen im Prinzip das Bild s\u00e4mtlicher anderer psychischer St\u00f6rungen annehmen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Abh\u00e4ngigkeitserkrankungen<\/strong><br>Hier sind vor allem die sog. stoffgebundenen S\u00fcchte, wie Alkohol- oder Drogenabh\u00e4ngigkeit gemeint. Einerseits ist die Abh\u00e4ngigkeit als solche schon eine seelische St\u00f6rung, andererseits haben die aufgenommenen Stoffe verschiedenste Einfl\u00fcsse auf die Psyche. Auch diese Erkrankungen k\u00f6nnen die Bilder anderer Erkrankungen wie Psychosen oder Depressionen mit einschlie\u00dfen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Heute treten nicht stoffgebundene S\u00fcchte, wie z. B. Spielsucht oder Internet- und Pornographiesucht mehr in den Vordergrund unseres Interesses. Die Spielsucht gibt es schon seit Jahrhunderten und kann ganze Familien ruinieren. Die Pornographiesucht allerdings nimmt heute durch den schwellenlosen Zugang im Internet epidemisches Ausma\u00df an. Sie wirkt sich auf viele Beziehungen zerst\u00f6rerisch aus, da der Pornographiekonsum vom Partner h\u00e4ufig als eine Art Untreue empfunden wird und vom Pornograpies\u00fcchtigen oft W\u00fcnsche nach starren Sexritualen in die Beziehung gebracht werden, die die Freude am ungezwungenen, nat\u00fcrlichen Geschlechtsverkehr verdr\u00e4ngen. Zudem besteht bei der Pornographie die Gefahr der sittlichen Verrohung, da man st\u00e4ndig sieht, wie der andere zum reinen Lustobjekt gemacht wird. F\u00fcr diese traurige Entwicklung in unserer Gesellschaft gibt es noch sehr wenig Therapie- und Selbsthilfeangebote.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis<\/strong><br>Hierbei handelt es sich um Erkrankungen des Informationsverarbeitungssystems. Was hei\u00dft das? Damit wir uns gezielt und vern\u00fcnftig im Alltag bewegen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir s\u00e4mtliche Sinneseindr\u00fccke, die wir haben, zu einer Ordnung verarbeiten, um Wichtiges vom Unwichtigem zu unterscheiden. Auch m\u00fcssen die Gedanken und Erinnerungen geordnet sein. Dieses Zusammenspiel von Sinneseindr\u00fccken und Gedanken ist hochkomplex und fordert, dass unser Nervensystem viele Eindr\u00fccke ganz herausfiltert oder an den Rand dr\u00e4ngt. Wenn z. B. irgendein Nebenger\u00e4usch genauso intensiv empfunden w\u00fcrde, wie das, worauf wir uns konzentrieren wollen, w\u00e4re eine geordnete Wahrnehmung und ein geordnetes Handeln erheblich beeintr\u00e4chtigt. Wir w\u00e4ren st\u00e4ndig abgelenkt. Bereits geringgradige St\u00f6rungen in den Funktionskreisl\u00e4ufen unseres zentralen Nervensystems f\u00fchren so zu erheblichen St\u00f6rungen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Wir unterscheiden drei Hauptarten schizophrener St\u00f6rungen, die im Laufe einer Erkrankung in wechselnder Intensit\u00e4t vorkommen k\u00f6nnen: 1. Denkst\u00f6rungen, bei denen die betroffenen das Gef\u00fchl haben, nicht mehr frei \u00fcber ihre Gedankenwelt zu verf\u00fcgen und deren Rede f\u00fcr die Umwelt oft verworren scheint. 2. Wahn und Halluzinationen die vor allem durch das H\u00f6ren von Stimmen gekennzeichnet sind und schlie\u00dflich 3. Negativsymptomatik, bei der die Betroffenen unter Antriebs-, Ziel- und Freudlosigkeit leiden.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt leichtere, schwer zu diagnostizierende Formen der schizophrenen Erkrankungen und schwere Formen, die jedem auffallen. Die Prognose ist sehr unterschiedlich. Viele Patienten k\u00f6nnen mit Hilfe von Medikamenten und psychosozialer Unterst\u00fctzung wieder recht gut in Familie und Beruf leben, andere wiederum sind erheblich beeintr\u00e4chtigt.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Affektive St\u00f6rungen oder auch Gem\u00fctserkrankungen<\/strong><br>Hier sind vor allem die Depressionen zu nennen. Diese sind vor allem durch Antriebslosigkeit, h\u00e4ufig verbunden mit Konzentrationsst\u00f6rungen, Gr\u00fcbelneigung, Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, fehlendem sexuellen Verlangen, Schlafst\u00f6rungen und Tagesschwankungen mit Morgentief gekennzeichnet. Gefahr besteht, wenn der Patient suizidgef\u00e4hrdet wird.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Zu den affektiven St\u00f6rungen geh\u00f6ren auch die manisch-depressiven Erkrankungen. Menschen mit diesen Erkrankungen neigen nicht nur zu Depressionen, sondern auch zu sog. Manien, dem Gegenteil von Depressionen. In der Manie kommt es zu einer Antriebssteigerung in unterschiedlichem Ausma\u00df. Diese Patienten wirken \u00fcberdreht, schlafen weniger, reden h\u00e4ufig viel, k\u00f6nnen vermehrt Geld ausgeben bis zu massiver Verschuldung und werden bisweilen auch distanzlos, gereizt und z. B. im Stra\u00dfenverkehr gef\u00e4hrlich risikobereit.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Neurosen und Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen<\/strong><br>Hierbei handelt es sich vor allem um Angst- und Zwangserkrankungen, St\u00f6rungen im Essverhalten und Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen. Zum Thema Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung vgl. meinen Artikel im Braunauer Lokalspiegel, der auf Startseite dieser Website zu finden ist.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Diese psychischen Erkrankungen und St\u00f6rungen sind von&nbsp;<strong>Lebenskrisen<\/strong>&nbsp;wie z. B. Ehekrisen, Krisen im Beruf oder Sinnkrisen zu unterscheiden, die jeden Menschen in unterschiedlichem Ma\u00dfe treffen k\u00f6nnen und keine eigentlichen Erkrankungen darstellen. Schwere Lebenskrisen k\u00f6nnen aber dennoch professionelle Hilfe notwendig machen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><br><a><\/a>Was ist Psychotherapie?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Psychotherapie handelt es sich um ein methodengeleitetes Verfahren, bei dem vor allem durch Gespr\u00e4che psychische St\u00f6rungen gelindert oder geheilt werden sollen. Die Psychotherapie ist also Teil des Fachbereichs Psychiatrie. Die aktive Mitarbeit des Patienten und seine Bereitschaft, sich mit seinem eigenen Seelenleben auseinanderzusetzen, sind hier besonders gefragt. Je nach Art und Schwere der St\u00f6rung kann die Psychotherapie als einzige oder als eine, andere Ma\u00dfnahmen erg\u00e4nzende Therapie eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Was sind die Unterschiede zwischen einem Psychiater, Neurologen, Psychologen oder Psychotherapeuten?<\/p>\n\n\n\n<p>Psychiater<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Psychiater oder Facharzt f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, wie er heute offiziell genannt wird, ist zun\u00e4chst ein Arzt und hat Medizin studiert, wie andere \u00c4rzte auch. Er hat dann in einer Psychiatrischen Klinik die Weiterbildung zum Facharzt absolviert. Er ist ein Facharzt f\u00fcr psychische Erkrankungen, so wie ein Internist ein Facharzt f\u00fcr innere Erkrankungen oder ein Kinderarzt Facharzt f\u00fcr Erkrankungen im Kindesalters ist. Der Fachbereich der Psychiatrie, f\u00fcr den der Psychiater zust\u00e4ndig ist umfasst Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen. Zur Diagnostik geh\u00f6ren k\u00f6rperliche Untersuchungen, da psychische Erkrankungen auch k\u00f6rperliche Ursachen haben k\u00f6nnen, sowie Testdiagnostik und diagnostische Gespr\u00e4che, bei denen viele psychische Erkrankungen differenziert erkannt und gewichtet werden k\u00f6nnen. Die Therapie psychischer Erkrankungen umfasst im Wesentlichen medikament\u00f6se, verschiedene psychotherapeutische und soziale Ma\u00dfnahmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Neurologen<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Neurologe ist hat Medizin studiert und dann in einer Neurologischen Klinik die Weiterbildung zum Facharzt absolviert. Er ist Facharzt f\u00fcr k\u00f6rperliche Erkrankungen des Nervensystems, wie z. B. Entz\u00fcndungen der Nerven oder des Gehirns oder Gehirntumore usw. Die Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen st\u00fctzen sich in erster Linie auf k\u00f6rperliche und apparative Untersuchungen. Medikamente, aber auch rehabilitative Ma\u00dfnahmen wie Physiotherapie sind wesentliche Inhalte der Therapie. Es gibt gewisse \u00dcberlappungen mit dem Fachgebiet der Psychiatrie wie z. B. bei den Demenzen, f\u00fcr die sich beide Fachbereiche zust\u00e4ndig f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Psychologen<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Psychologe hat an der Universit\u00e4t Psychologie studiert. Er ist also kein Arzt. Psychologie ist eine Wissenschaft, die versucht, das Erleben und Verhalten des Menschen, seine psychische Entwicklung im Laufe des Lebens und die f\u00fcr diese Entwicklung verantwortlichen &nbsp;Ursachen und Bedingungen zu beschreiben und zu erkl\u00e4ren. Hat ein Psychologe im Anschluss an sein Studiumdie eine entsprechende klinische Ausbildung absolviert, so ist er ein wertvoller und heute nicht mehr wegzudenkender Mitarbeiter im Fachgebiet der Psychiatrie. Er kann in gewissem Ausma\u00df psychische Erkrankungen diagnostizieren, kennt sich meist sehr gut in der Testdiagnostik aus und ist h\u00e4ufig auch psychotherapeutisch t\u00e4tig.&nbsp;<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Psychotherapeuten<\/p>\n\n\n\n<p>Psychotherapeuten k\u00f6nnen sich solche Personen nennen, die eine psychotherapeutische Ausbildung in einem zugelassenen Psychotherapieverfahren, wie z. B. Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, absolviert haben. Das Erlernen eines Psychotherapieverfahrens geh\u00f6rt heute zur Ausbildung eines Psychiaters. Geeignet und zugelassen, eine Ausbildung zum Psychotherapeuten zu machen sind au\u00dferdem \u00c4rzte anderer Fachrichtungen, Psychologen und andere Personen anderer, helfender Berufsgruppen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Welche Rolle spielt Religion und Spiritualit\u00e4t in der Psychiatrie und Psychotherapie?<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drei Beispiele f\u00fcr die Rolle, die Religion und Spiritualit\u00e4t f\u00fcr die seelische Gesundheit spielen k\u00f6nnen:<br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die Erfahrung zeigt, dass Religion und Spiritualit\u00e4t eine wichtige Rolle f\u00fcr die seelische Gesundheit spielen k\u00f6nnen. Dies ist vielfach wissenschaftlich belegt. Zun\u00e4chst einmal kann die religi\u00f6se Einstellung dazu beitragen, dass der Mensch Schwierigkeiten und N\u00f6te, auch psychische Erkrankungen in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang einordnen und auf die Sinnhaftigkeit des Lebens vertrauen kann. Dies kann den Mut zur Bew\u00e4ltigung von Schwierigkeiten und, wo unumg\u00e4nglich, die F\u00e4higkeit und Bereitschaft zu leiden st\u00e4rken.<br><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Religion und Spiritualit\u00e4t k\u00f6nnen die Bereitschaft und der Mut f\u00f6rdern, auf gesunde Weise zu verzeihen, nicht unter den Teppich zu kehren. So kann innerer Friede entstehen, der f\u00fcr die seelische Gesundheit sehr wichtig ist.<br><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Meditation und Gebet k\u00f6nnen den Menschen helfen, Abstand zu den Problemen des Alltags zu gewinnen und sich aus der Hektik des Alltags im eigenen Sein zu verankern. Sie k\u00f6nnen eine wichtige Quelle des Trostes im Leiden sein. Auch dies spielt f\u00fcr die seelische Gesundheit eine Rolle.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet dies f\u00fcr die Behandlung?<br><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Zun\u00e4chst einmal muss festgestellt werden, dass religi\u00f6se Einstellungen und Praxis nicht einfach professionelle Behandlung psychischer St\u00f6rungen ersetzen kann und dass psychische Erkrankungen bei religi\u00f6sen Patienten genauso vorkommen k\u00f6nnen wie Blindarmentz\u00fcndungen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Mir ist es allerdings wichtig, dass die religi\u00f6s-spirituelle Seite des Menschen in der Behandlung zur Sprache kommen kann und sich die Patienten, gleich welcher Religion oder Glaubensgemeinschaft sie angeh\u00f6ren, in diesem Bereich akzeptiert f\u00fchlen. Da, wo es angebracht ist, soll der Patient die M\u00f6glichkeit haben, zu erkennen, welche religi\u00f6s-spirituellen Einstellungen und Praktiken einen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung seiner Erkrankung leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist ein Wahlarzt? Ein Wahlarzt ist zun\u00e4chst ein Allgemein- oder Facharzt wie die anderen \u00c4rzte auch, mit der gleichen Ausbildung und dem gleichen Leistungsspektrum. Was den Wahlarzt von den anderen \u00c4rzten unterscheidet, ist, dass er keinen Vertrag mit den Krankenkassen hat. Er ist dadurch auch nicht an die Tarife der Krankenkassen gebunden. 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